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Dafür gibt's ein Straßenschild: Mary Anderson erfand den Scheibenwischer.

T.R.E.Lentze, Dienstag, 23. Januar 2018, 22:37 (vor 295 Tagen)

[image]Schon einmal habe ich hier die Gelegenheit wahrgenommen, über eine Häufung von weiblichen Straßennamen in einem Wohngebiet zu berichten. Jetzt geht es um ein Industriegebiet. In Industriegebieten stößt man, wenn man die Straßenschilder liest, üblicherweise auf Namen wie Benz, Daimler, Diesel, Bosch, Siemens, und andere verdiente Männer. Denn bisher wußte man: Technische Innovation ist Männersache.

Dieses Wissen ist verlorengegangen; zumindest wird auf einen Wissenverlust hingewirkt. Das wurde mir klar, als ich, mit dem Lkw unterwegs zu einer Mercedes-Werkstatt ganz in meiner Nähe, auf die Mary-Anderson-Straße stieß. Immerhin findet sich unter dem Schild auch eine Erklärung: Mary Anderson (1866-1953) war demnach die Erfinderin des Scheibenwischers.

Nun ist ja der Scheibenwischer eine nützliche, ja sogar vorgeschriebene Einrichtung. Aber läßt sie sich vergleichen mit den Erfindungen wie dem Auto, den Verbrennungsmotoren, der Rakete, des Flugzeugs und dergleichen? Auf mich wirkt das, wie wenn ein Kind einen Trostpreis erhält. Denn ähnlich "geniale" Erfindungen wurden und werden auch durch Männer gemacht, nur stellt man sie dann nicht in eine Reihe mit Namen wie Daimler, Diesel und Benz.

Nichts gegen erfinderische Weiber, und Weiber überhaupt. Wir brauchen sie ja, auch zum Scheibenputzen. Wobei ich gleich wieder einschränken muß, daß die beruflichen Scheibenputzer heute wieder Männer sind. Denn heute haben wir Hochhäuser, und da verlangt das Putzen Mut. Doch wie dem sei: ich glaube nicht, daß man den Weibern als solche einen Gefallen tut, wenn man sie in eine Reihe mit erfinderischen Männern stellt. Im Gegenteil, man gibt sie der Lächerlichkeit preis.

trel

Heute ....

Alfonso, Mittwoch, 24. Januar 2018, 23:49 (vor 294 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Der Mann von heute ist selbständig. Wozu brauchst du eine Frau? Zum Wäschewaschen, Geschirrspülen oder Fensterputzen? Also ich nicht. Und ohne Frau ist auch mein Auto sauber. Kein Haarspliss, abgepiepelte Fingernägel und sonst kein Müll. Ohne Frau geht vieles schneller u. unkomplizierter. Selbst ein Haus würde ich nur noch ohne Frau bauen. Sobald ein Weib mit im Kreditvertrag oder Grundbuch steht, bist du fast schon ruiniert. Was der Mann alleine macht, passt und ist für die Ewigkeit.

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Gefahr und Chance

T.R.E.Lentze, Donnerstag, 25. Januar 2018, 11:50 (vor 293 Tagen) @ Alfonso

Selbst ein Haus würde ich nur noch ohne Frau bauen. Sobald ein Weib mit im Kreditvertrag oder Grundbuch steht, bist du fast schon ruiniert.

Und selbst da gibt es keine Absicherung. Dein Eigentum schützt dich nicht davor, daß eine Frau es kriegt, sobald du sie hereinläßt. Denke nur an die täglichen Wohnungsverweise, wo der Mann die Wohnung, die allein unter seinem Mietvertrag läuft, der Frau abtreten muß.

Ich wurde sogar gerichtlich verpflichtet, die Miete für eine gekündigte Wohnung 10 Monate lang weiterzubezahlen, solange nämlich, bis meine Frau bereit war, sie zu verlassen. Nach meiner Kündigung - ich war der alleinige Mietvertragspartner - blieb die Frau einfach drin. Mit meinem Kind, versteht sich. Der Vermieter forderte mich auf, die Wohnung zu räumen. Da meine Frau sich weigerte, wegzugehen, ging ich zum Gericht, um sie rauszuklagen.

Und was soll ich sagen: Der Richter verpflichte mich zur Weiterzahlung der Miete. Mir schien, daß er es aufrichtig bedauerte, denn er sagte: "Es ist bitter für Sie, aber..." Die schwarze Frau und ihr neuer schwarzer Mann lächelten halb verdruckst, halb schadenfroh. Sie hatten eine offiziell als feministisch eingestufte Rechtsanwältin, eine sogenannte "Opferschutzbeauftragte", die das für sie einfädelte. Tatsächlich habe ich die ausstehende Miete dann nie gezahlt, weil ich es nicht konnte, ebensowenig irgendwelchen Unterhalt. Letztlich blieb der Vermieter auf seiner Forderung sitzen, bis heute.

Das Beste für uns Männer ist also wirklich, die - im ursprünglichen Kontext unsinnige - Forderung nach "Abstand halten auf Armlänge" selber zu praktizieren. Du kannst dir ja schon für eine bloße Berührung den Vorwurf der Belästigung einhandeln.

So desaströs diese Verhältnisse nun auch sind, so sehe ich doch eine Chance. Die Verhältnisse zwingen uns nämlich, das alte Sprichwort "Drum prüfe, wer sich ewig bindet" wirklich ernstzunehmen, ja zu erweitern, nämlich auf alle selbst nur oberflächlichen Bindungen, ja Annäherungen. Unser psychologischer Blick wird geschult. Das ist mit Entbehrungen verbunden, welche die Weiber freilich genauso betreffen. Und auch sie werden sich überlegen müssen, ob sie den Feminismus weiter unterstützen oder sich ihm nicht lieber verweigern, so wie es kürzlich eine Frauengruppe um die verdienstvolle Mme. Deneuve getan hat.

Du magst denken: der hat gut reden, ist ja ein alter Mann. Stimmt. Das Alter hat eben auch Vorteile. Man wird weise!

Gruß
trel

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Der Entwurf des ersten Scheibenwischers: Józef Hoffmann, aber...

Der/Anarchist, Samstag, 27. Januar 2018, 18:56 (vor 291 Tagen) @ T.R.E.Lentze
bearbeitet von Der/Anarchist, Samstag, 27. Januar 2018, 19:53

Selbst bei Wikipedia können die das nicht einfach "wegwischen". Und weiter heißt es: "Die Firma Mills Munitions aus Birmingham hat als erste ein englisches Patent dafür bekommen". Und in etwa zur gleichen Zeit beantragten drei Erfinder, unter anderem auch Mary Anderson, ein Patent für den Scheibenwischer in den USA an.

Also

1. Der Entwurf geht auf einen Mann zurück
2. In England wurde ein Patent auf den
Scheibenwischer VOR Anderson angemeldet
3. Es gab neben Anderson zwei Männer, deren Erfindung
abgelehnt wurde. Waren sie besser? Schlechter?

Das heißt auch hierbei ist die Wahrheit eher die, daß die Wahrheit stark verzerrt wieder gegeben.

Ich habe eine Seite gefunden, da steht:


"Die erste Scheibenwischeranlage wurde im Jahr 1903 erfunden. Patentiert wurde sie in Großbritannien von einem Iren namens J. H. Apjohn. Seine Erfindung enthielt zwei Wischerblätter, die die Scheibe von oben bis unten wischten."

https://www.topscheibenwischer.com/die-geschichte-der-scheibenwischer/


Jetzt könnte man behaupten, eine Scheibenwischeranlage sei etwas anderes, als ein Scheibenwischer. Man könnte aber auch sagen, daß die Behauptung falsch ist, Mary Anderson sei sie erste ErfinderIN des Scheibenwischers. Denn das war sie, wie wir sehen, nicht. Was zudem bedeutet, daß Google Fake News liefert, wenn die Suchmaschine Mary Anderson als erste ErfinderIN des Scheibenwischers darstellt.

Patriarchale Unterdrückung zweiter Ordnung

Borat Sagdijev, Montag, 02. Juli 2018, 08:24 (vor 136 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Dass der Scheibenwischer "wischt", also Fenster putzt, ist eine klassisch-patriarchale Tätigkeit aus dunklen Zeiten der Frauenunterdrückung.

Somit ist die Würdigung der Erfinderin nur eine indirekte aber umso perfidere Bestätigung des Patriarchats in zweiter Ordnung.

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