Politisch motiviert.

Der/Anarchist, Freitag, 12. Januar 2018, 01:02 (vor 307 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Es ist kein künstlerisches Versagen, da der Intendant aus politischer Motivation das Stück umgeändert hat. Die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten war schließlich auch politisch motiviert, so wie auch die heutige Bücherverbannung und Umschreibung einiger Texte in politisch korrektes Neusprech.

Und meinen letzten Satz bezog ich nicht speziell auf diesen Fall, sondern auf die allgemeine Entwicklung.

Und ja, ich kenne den Ursprung des Begriffs Diktator, der in seiner ursprünglichen Bedeutung positiv konnotiert gewesen war. Von daher mag der Begriff unpassend sein. Ändere ich 'Diktatur' in 'totalitäres System' um.

Trotzdem ärgert mich diese Verunstaltung der Oper, wie es mich im Allgemeinen ärgert, daß man die klassische Kunst zerstört, indem man sie der Gegenwart "anpassen" will. Ich schreibe auch Romane und Erzählungen und will nicht, daß in 200 Jahren, oder sonst einer Zeit, sollten meine Bücher noch existieren, der zukünftigen Ideologie angepasst werden. Denn in der Regel sind auch Kunstwerke historische Quellen, die ihre Zeit widerspiegeln, oder aus denen man Zugang findet, um die jeweilige Zeit besser verstehen zu können. Daß die Menschen damals anders handelten und dachten und anders empfanden, das hat man zu respektieren und nicht anzuprangern. Schließlich weiß man nicht, wie man selbst gehandelt hätte.


Du hast die Oper gesehen. Ich muß gestehen, daß ich kein Freund von Opern bin, auch wenn ich mich für das Bestehen einsetze. Ich bin eher ein Freund von Sinfonien und Klavierkonzerten. :-P


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