Wieder ein Kunstwerk Opfer von Gender-Faschismus!

Der/Anarchist, Donnerstag, 11. Januar 2018, 01:10 (vor 306 Tagen)

Dieses Mal aber nicht in Deutschland, sondern im Mutterland des Faschismus: Italien.

"FLORENZ. Das Opernhaus in Florenz hat für seine veränderte Fassung des Klassikers „Carmen“ Spott und Kritik geerntet. Grund dafür ist das vom neuen Intendanten Cristiano Chiarot angeordnete Finale, bei dem nicht mehr Carmen von ihrem Ex-Liebhaber Don José erstochen wird, sondern sie ihn erschießen soll."

https://jungefreiheit.de/kultur/2018/gewalt-gegen-frauen-oper-in-florenz-schreibt-carmen-um/


Hier eine kurze Inhaltsangabe für diejenigen, die die Oper nicht, oder nur vom Titel her kennen:


Carmen von Georges Bizet

Oper in 4 Akten

Schauplatz: Sevilla und Umgebung, 1820

Inhalt:

Die Arbeiterinnen der Zigarettenfabrik von Sevilla haben Pause. Sie flanieren auf der Straße und umgarnen die Soldaten, die hier stationiert sind. Die Zigeunerin Carmen, eine der Arbeiterinnen hat es auf den jungen, hübschen, aber unerfahrenen Soldaten Jose abgesehen. Kurze Zeit später flammt unter den Mädchen ein Streit auf; Carmen verletzt eine Kollegin mit einem Messer. Ausgerechnet Jose muß sie verhaften. Sie überredet ihn, sie laufen zu lassen. Daraufhin wird er selbst verhaftet. Einige Tage später wartet Carmen in einem Schmugglerversteck auf die Rückkehr von Jose. Endlich kommt er, die beiden sind glücklich, bis der Zapfenstreich ertönt. Der pflichtbewußte Jose muß in die Kaserne zurück. Darüber ist Carmen empört, sie wirft ihm vor, daß er sie nicht wirklich liebt, wenn ihm jetzt seine Pflicht wichtiger ist. In diesem Moment erscheint Joses Vorgesetzer und macht Carmen schöne Augen. Rasend vor Eifersucht verletzt Jose ihn mit seinem Schwert. Nun muß Jose fliehen und sich verstecken. Er findet bei den Schmugglern und Zigeunern Unterschlupf. Jetzt, da Jose bei ihr ist, verliert Carmen das Interesse an ihm. Ihr war es nur um die Eroberung gegangen. Sie wendet sich dem strahlenden Torero Escamillo zu. Der abgewiesene Jose schwört Rache. Vor der Arena zu Sevilla. Carmen will zum Stierkampf. Auf dem Weg dorthin taucht Jose auf und gesteht ihr noch einmal seine Liebe. Sie aber verlacht ihn nur. Rasen vor Wut ersticht Jose die Zigeunerin und bricht dann über ihr zusammen.


Zuerst: es ist ein Kunstwerk aus dem 19 Jahrhundert. Also aus einer Zeit, die mit unserer Gegenwart nichts zu tun hat. Und unwichtig, ob einem das Thema der Oper gefällt, oder eben nicht gefällt, es ist ein klassisches Kunstwerk, das mit unserer Zeit nichts zu tun hat. Es ist also völlig egal, wie wir das Werk heute bewerten, es hat, zum dritten Mal, nichts mit unserer Zeit zu tun.

Aber wenn wir uns auf die Änderung einlassen, ist es also für den Intendanten in Ordnung, wenn nicht Carmen ermordet wird, sondern José. Also der Intendant, der sich gegen die Gewalt an Frauen einsetzt, findet es andrerseits in Ordnung, die Gewalt an Männern zu propagieren?!


Wer wissen will, wie Diktaturen entstehen, der braucht nicht ins Geschichtsbuch schauen, sondern ins jetzt und hier!


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